Does it matter to me? Was zählt - was rauscht

Es ist ein Paradox unserer Zeit: Noch nie war so viel Wissen zugänglich, und trotzdem wird es immer schwieriger, das Wichtige zu entdecken. Der Lärm wird immer lauter – und das Relevante damit leiser.

Simon Kretschmer

30.1.2026

An einem gewöhnlichen Tag begegnet uns eine Vielzahl an Informationen: ein kurzer News-Alert, ein Thread zur geopolitischen Lage, ein Video, das eine Krise erklärt, daneben ein Podcast über KI und ein Newsletter voller Analysen. Und zwischendrin der übliche Strom aus Meinungen, Emotionen und Trends. Dazu noch eine ausgeprägte Empörungswelle mit aufgeheizten Kommentaren und abgerundet wird alles mit etwas klassischem Cat Content. Die digitale Welt versorgt uns pausenlos – aber sie sortiert nicht für uns. Am Ende haben wir vieles gesehen, aber wenig Wichtiges aus den Themen, die für uns relevant sind.

Das liegt nicht an uns. Es liegt daran, dass verlässliche Inhalte heute verhältnismäßig leiser geworden sind. Zwischen Clickbait, Fake News, schnell getakteten Feeds und generischen KI-Texten verliert das Relevante oft gegen das Lautstarke. Sorgfältig recherchierte Artikel rutschen aus der Sichtbarkeit, werden von Algorithmen kaum ausgespielt, weil sie vielleicht nicht empörend oder schnell genug sind, differenzierte Perspektiven gehen in der Geschwindigkeit unter.

Dabei wären genau sie die Grundlage einer informierten Öffentlichkeit.

  • Für Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftler, Bloggerinnen, Voices, Podcaster und alle anderen, die Qualität produzieren, ist dieser Verlust sichtbar.
  • Für Leserinnen und Leser spürbar.
  • Und für eine demokratische Gesellschaft folgenschwer.

Ein kurzer Blick zurück – und nach vorn

In der Zeit der Aufklärung sprach man vom „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Gemeint war der Schritt hin zu eigenständigem Denken - zur Fähigkeit, sich zu informieren, abzuwägen und zu urteilen. Damals war Wissen knapp, Zugänge waren begrenzt, Bildung ein Privileg.

Heute erleben wir eine merkwürdige Umkehrung: Es mangelt nicht an Wissen. Wir haben mehr gute Beiträge, mehr kluge Stimmen und mehr zugängliche Informationen als je zuvor – und nutzen sie doch nur bruchstückhaft. Aus Bequemlichkeit, aus Gewohnheit, aus Zeitmangel. Und weil digitale Systeme uns permanent dorthin schieben, wo Aufmerksamkeit schneller entsteht als Erkenntnis - Ablenkung, Tempo und Systeme, die uns eher durch Social Media, Empfehlungslogiken und zunehmend KI-getriebene Inhalte steuern als stärken. Statt uns aus der Unmündigkeit herauszuführen, führen diese Mechanismen uns schrittweise wieder hinein – leise, bequem, oft unbemerkt.

Es ist ein leiser Widerspruch unserer Zeit: Wir leben im Zeitalter der Information - und müssen uns gleichzeitig vor ihr schützen, um klar denken zu können.

Die Folgen sehen wir jeden Tag: Polarisierte Debatten, kurze Aufregungszyklen, einfache Antworten auf komplizierte Fragen. Pressefreiheit und unabhängiger Journalismus sind formal geschützt – aber das reicht nicht, wenn die besten Inhalte kaum Aufmerksamkeit bekommen. Eine starke Gesellschaft braucht nicht nur die Freiheit, sich zu informieren, sondern auch die Fähigkeit, das Richtige zu finden und einzuordnen.

Was all that matters sein möchte

all that matters ist aus einem einfachen Gedanken entstanden:

Gute Inhalte verdienen Sichtbarkeit.
Denn Qualität entfaltet ihren Wert erst, wenn Menschen sie finden.

Wir sind eine Wissensplattform. Unser Ziel ist ganz einfach: Wir wollen die besten Empfehlungen themenspezifisch einsammeln, sortieren und sichtbar machen - über alle hochwertigen Anbieter und alle Formate hinweg.

Dafür bringen wir drei wertvolle Kräfte zusammen und verbinden sie mit moderner Technologie:

  • Creators, tausende hochwertige Quellen und starke Stimmen, die täglich Qualität und relevante Beiträge veröffentlichen.
  • Curators, die mit Erfahrung und Expertise auswählen, was aus ihrer Sicht weiterführt und mehr Sichtbarkeit bekommen sollte.
  • Community, die eigene Funde teilt und relevante Beiträge sichtbar machen, damit möglichst nichts Wertvolles ungesehen bleibt.

Wir verlinken ganz bewusst. Vieles, was wir empfehlen, ist frei zugänglich. Manches liegt hinter einer Paywall. Beides ist für uns in Ordnung. Gute Inhalte brauchen tragfähige Geschäftsmodelle – und wir wollen sie stärken. Unsere Aufgabe ist nicht, Inhalte neu zu veröffentlichen oder weitere Inhalte zu produzieren, denn Inhalte gibt es genug, sondern starken Beiträgen die Sichtbarkeit zu geben, die sie verdienen.

Wie wir kuratieren - und warum Empfehlungen noch wichtiger sind

Wir lieben Technik. Aber wir romantisieren sie nicht.

Unsere Systeme durchsuchen, sortieren und strukturieren Inhalte aus einer großen Bandbreite an Quellen: große Medien, Fachjournalen, wissenschaftliche Datenbanken, spezialisierte Blogs, Substack-Formate, LinkedIn-Analysen, YouTube-Gespräche, Podcasts, Audio-Formate, Video-Essays, Newsletter, Reportagen, Bücher, Studien, Datenprojekte, Interviews, unabhängige Voices bis zu nutzwertigen Dateien.

Technologie hilft uns, die Fülle zu überblicken. Sie macht diese Vielfalt zugänglich – kompakt, effizient und zu einem Preis, den sich viele leisten können. Aber sie trifft keine letzte Entscheidung.

In sensiblen und meinungsprägenden Bereichen wollen wir, dass Menschen entscheiden – nicht Algorithmen. Unsere Curators zeigen durch ihre Empfehlungen, was sie für relevant halten. Die Community ergänzt diese Sichtweisen mit eigenen Hinweisen und Fundstücken. So entsteht ein Zusammenspiel aus moderner Technik, fachlicher Expertise und gemeinschaftlichem Beitrag.

Das klingt unspektakulär. Ist es aber nicht.
Denn in einer Öffentlichkeit, in der Lautstärke und Schnelligkeit oft mehr Sichtbarkeit bekommt als Sorgfalt, Tiefe und Kontext, ist jede bewusste Empfehlung eine wertvolle Handlung.

Die stille Überforderung

Die Probleme unserer Wissenswelt sind bekannt – und viele erleben sie täglich:

  • Zeitmangel und Rechercheüberforderung: Inhalte wachsen schneller, als wir sie finden oder verarbeiten können. Wir haben zu wenig Zeit für zu viele Inhalte. Wonach wählen wir aus?
  • Unsicherheit über Quellen, Fake News und verzerrte Darstellungen: Verlässlichkeit wird schwerer erkennbar, Desinformationen werden leicht weitergegeben.
  • Die Sorge, Relevantes zu verpassen: Viele haben das Gefühl, permanent informiert sein zu müssen. Wir möchten nichts Wichtiges verpassen und sind gleichzeitig müde davon, immer auf dem Laufenden sein zu müssen.
  • Digitale Fragmentierung und Ablenkung: Aufmerksamkeit zersplittert zwischen Breaking News, Benachrichtigungen und neuen Formaten, der Fokus geht verloren und Nebensächliches füllt den Tag.
  • Wachsende Masse und Intransparenz KI-generierter Inhalte: Herkunft und Kontext verschwimmen, Menge und Schnelligkeit schlagen Auswahl und Verlässlichkeit.
  • Ein Informationssystem, das Geschwindigkeit und Emotionen belohnt – nicht Qualität: Sichtbarkeit entsteht oft durch Lautstärke, nicht durch Substanz.


Kurz: Wir leben in einem System, das nicht unbedingt das Beste sichtbarer macht – sondern das Schnellste und Lauteste. Wenn Fachwissen von Expertinnen und Experten, fundierter Journalismus, wissenschaftliche Arbeit und kluge Essays weniger sichtbar sind als empörte Halbsätze, verliert eine Gesellschaft Stück für Stück ihren gemeinsamen Wissensrahmen. Diskussionen verflachen, Nuancen verschwinden, und einfache Erzählungen setzen sich dort durch, wo differenzierte Analysen eigentlich nötig wären.

Wir glauben, dass man dem etwas entgegensetzen kann – dafür wollen wir ein Angebot machen.

Was wir konkret tun

Wir haben uns für eine einfache Struktur entschieden: Topics.

Ein Topic ist ein spezifisches Thema aus einem größeren Themenfeld. Jedes Topic ist in Kategorien gegliedert: Artikel, Perspektiven, Studien, Referenzen, Audio, Video, Bücher, Tools, Stimmen aus sozialen Medien und mehr.

Für jedes Topic kuratieren Curators eine Auswahl von empfehlenswerten Inhalten zu dem Thema: die 10×10 – hundert Beiträge, die einen verlässlichen Überblick und genügend Tiefe geben, eine wertvolle Ansammlung an Qualität. Sie prüfen Empfehlungen aus der Community und aktualisieren die 10x10 regelmäßig, so dass eine immer besser werdende Sammlung entsteht. Ergänzt wird das durch tägliche ausgewählte Empfehlungen der Curators und der Community in dem Bereich Aktuelle Empfehlungen.

Wir sammeln also nicht „alles“, sondern nur das, was Menschen mit Fachkenntnis und Verantwortung für empfehlenswert halten. Wir verlinken zu den Originalen, wir respektieren Paywalls und Geschäftsmodelle - und wir legen auch Wert auf Quellen, die sonst leicht übersehen werden: kleinere Medien, spezialisierte Fachblogs, unabhängige Newsletter, Nischen-Podcasts. Dort entstehen häufig herausragende Inhalte, die wir gerne einem größeren Publikum zugänglich machen wollen.

Und: Wir laden Menschen explizit ein, mitzuwirken.

  • Wer gute Inhalte kennt, kann sie vorschlagen.
  • Wer ein Thema tief versteht, Leidenschaft für sein Topic mitbringt und mit Inhalten umgehen kann, kann Curator werden.
  • Wer einfach nur neugierig ist, kann von der gemeinsamen Auswahl profitieren.

Subjektivität als Prinzip

Wir glauben nicht an die perfekte Auswahl. Kuration ist immer eine Perspektive.

Unsere Curators zeigen ihre Sichtweise, es ist ihre wertvolle Auswahl – und die Community ergänzt sie. So entsteht ein kuratierter Wissensraum, der offen bleibt für unterschiedliche Akzente. Unser Anspruch ist nicht, neue Lautstärke zu erzeugen, sondern Relevanz zu bündeln.

Wissen, das in den Alltag passt

Zeit ist wertvoll. Darum sind unsere Produkte kompakt, personalisiert und themenspezifisch aufgebaut:

- mit einem morgendlichen Briefing per Mail mit den neuesten Empfehlungen zu den ausgewählten Themen

- mit dem Bereich "Meine Topics", wo kontinuierlich neue Empfehlungen nach Themen geordnet zu finden sind.

So kann jede und jeder, neben seinen Lieblingsmedien, auch die persönlich wichtigen Themen Anbieter- und Formatübergreifend verfolgen.

Am Ende geht es um etwas Einfaches: Wir wollen Vernunft und Kontext stärken – in einer Zeit, in der beides unter Druck steht. Wir wollen helfen, dass das vorhandene Wissen nicht ungenutzt bleibt. Und wir wollen zeigen, dass es Freude machen kann, sich gut zu informieren - unterstützt durch ein ruhiges Design und durch die ein oder andere Inspiration.

Wenn du Lust hast, Teil davon zu sein – als Leserin, als Curator, als jemand, der einen spannenden Beitrag entdeckt hat – freuen wir uns, wenn du dich einbringst.

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